Was mache ich mit meinem Drehbuch, wie verkaufe ich es?

Ein Drehbuch, das ohne Auftrag geschrieben wurde, an einen Sender zu verkaufen, ist nicht einfach. Von den vielen Tausend unverlangt eingesandten Drehbüchern, die Sender erhalten, werden lediglich eine Handvoll verfilmt. Um ein Drehbuch oder einen Stoff anzubieten ist es ratsam, ein kurzes Exposé zu verfassen und sich mit diesem bei Produktionsfirmen und Sendern vorzustellen.

 

Wo kann man Drehbücher einsehen?

Zahlreiche deutsche Buchverlage veröffentlichen inzwischen gedruckte Fassungen von erfolgreichen Filmen. Obwohl diese Texte selten genau die Drehbücher sind, die am Drehort zur Herstellung des Filmes benutzt wurden, eignen sie sich doch durchaus, um zu lernen, wie man ein Drehbuch schreiben kann.

Deutsche Drehbücher finden Sie zum Beispiel auf der Seite des Podcasts "Stichwort Drehbuch" unter http://www.drehbuchautoren.de/stichwort-drehbuch oder käuflich zu erwerben unter http://www.deutsche-filmakademie.de/projekte/publikationen/deutsche-drehbuecher/abonnement-deutsche-drehbuecher.html

 

Wie sieht ein Drehbuch aus?

Die Formatierung von deutschen oder europäischen Drehbüchern hat sich in den letzten Jahren stark dem amerikanischen Vorbild angepasst und damit eine gängige Norm entwickelt. Um eine Vorstellung zu bekommen, wie ein Drehbuch aussehen kann, sehen Sie sich veröffentlichte Drehbücher an (siehe Wo kann man Drehbücher einsehen)

Wer auf Nummer sicher gehen will, richtet sich auch hierzulande nach den amerikanischen Vorgaben (siehe H. R. Cole/J. H. Haag; The Complete Guide to Standard script Formats, Part 1, ISBN: 0929583000, bestellbar unter http://www.amazon.com/Complete-Guide-Standard-Script-Formats/dp/0929583000) ODER Screenplay: Writing the Picture (Paperback) by Robin U. Russin (Author), William M. Downs (http://www.amazon.com/Screenplay-Writing-Robin-U-Russin/dp/1879505703).

Man kann auch mit Hilfe spezieller Programme, die von sich aus die richtige Formatierung erledigen, an PC oder Mac schreiben. Solche (amerikanischen) Programme sind etwa "Movie Magic Screenwriter" (http://storymind.com) oder "Final Draft" (http://www.finaldraft.com).

Gänzlich kostenlose Formatierungslösungen, in der Regel als Macro-Applikationen zu Microsoft Word, findet man z. B. unter http://www.beitinger.de/soft.html  .

 

Wie werde ich Drehbuchautor bzw. Drehbuchautorin?

Zunächst ganz simpel: durch Schreiben! Wer reichlich geschrieben hat, kann sich bei einer der zahlreichen Drehbuchwerkstätten (z. B. in München, Hamburg, Berlin), Filmschulen (z. B. IFS Köln) oder Hochschulen (z. B. Hamburg, Potsdam-Babelsberg) in Deutschland bewerben (Adressenliste unter der Rubrik Links). Auch Volontariate in Produktionsfirmen oder bei Fernsehsendern können äußerst nützlich sein. Immer seltener, aber dennoch nicht ausgeschlossen, ist es möglich auch ohne "offizielle" Ausbildung Autor oder Autorin werden. Erlebnisse aus einem anderen schreibenden Beruf und viel Lebenserfahrung sind eine gute Voraussetzung. Das Handwerk lässt sich auch im Selbststudium erlernen, mit Hilfe von Fernsehen, Kino, einschlägigen Kursen und Büchern. Talent vorausgesetzt!

 

Wer vermittelt mich an Autoren, Dramaturgen, Agenturen oder Sender und Produzenten?

Das "Sich-Selbst-Vermitteln" ist eine der berufstypischen Tätigkeiten des Autors und hat mitunter ebenso viel Gewicht wie das hervorragende Drehbuch, das man (hoffentlich) im Gepäck hat. Die Kontakte des Verbandes und zwischen den einzelnen VDD-Mitgliedern sind hierbei oft hilfreich. Natürlich kann man sich auch der Vermittlung durch eine Agentur bedienen.

Der VDD kooperiert mit dem Verband der Bühnenverleger (http://www.buehnenverleger.de/) und dem Verband der Agenturen (http://www.verband-der-agenturen.de/).

 

Welches Honorar kann ich verlangen? Was zahlt man für literarische Vorlagen?

Exklusiv für Mitglieder gibt der VDD regelmäßig einen Honorarspiegel heraus. Dieser bietet einen exzellenten Überblick über die branchenüblichen Beträge. In     Verhandlungen mit Produzenten und Sendern ist diese Übersicht eine hervorragende Argumentationshilfe. Gleichzeitig warnen wir ausdrücklich davor, weitgehende Abschlüsse ohne einen erfahrenen Agenten oder Medienanwalt oder die Beratung durch den VDD zu tätigen.

 

Woher bekomme ich Stipendien oder Film- bzw. Drehbuchförderung?

Eine Adressenliste aller Förderinstitutionen ist unter der Rubrik Förderung auf unserer Website einzusehen. Stipendien vergeben nur wenige Drehbuchwerkstätten und Akademien.

 

Kann man seinen Titel schützen lassen?

Ein Titel ist wie das Werk selbst durch "in Verkehrbringung" bzw. "Veröffentlichung" geschützt. Für die Zeit, in der der Stoff erarbeitet oder auch schon angeboten wird, kann man sich den Titel für einen begrenzten Zeitraum von 6 Monaten schützen lassen, in dem dieser öffentlich angezeigt wird. Diverse Zeitschriften bieten die Möglichkeit, einen Titel entsprechend anzuzeigen (Infos unter http://www.mediaregister.de/wo-erscheinen-titelschutzanzeigen.php).

Empfehlenswert ist, vorab zu prüfen, ob ein Titel bereits geschützt ist (etwa im Archiv des "Titelschutzanzeiger" unter www.titelschutzanzeiger.de) oder dies prüfen zu lassen, um kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Achtung: Eine Titelschutzanzeige führt nicht selten zu sehr teuren Abmahnungen durch Personen oder Firmen, die sich den gleichen Titel zu einem früheren Zeitpunkt haben schützen lassen. Dabei wäre es in der Tat angebracht, vor einer Abmahnung den direkten Kontakt zu dem Anzeigenschalter zu suchen. In der Regel lassen sich Doppelschützungen durch ein klärendes Gespräch aus der Welt schaffen. Man muss nicht immer gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen! Halten Sie am besten Rücksprache mit einem versierten Anwalt oder erfahrenen Kollegen.

 

Wo kann ich mein Drehbuch registrieren lassen?

Um einen rechtlichen Schutz zu erreichen, kann das Drehbuch nach deutschem Recht nicht registriert werden. Manche Autoren möchten sich gerne absichern und hinterlegen ihr Werk bei einem Notar bzw. Anwalt oder schicken es sich selbst zu, um anhand des Poststempels nachzuweisen, dass das Drehbuch (oder Treatment) zu einem bestimmten, durch die "Registrierung" festgelegten Zeitpunkt, existiert hat. Die Hinterlegung beweist jedoch nicht, dass das Drehbuch auch tatsächlich vom hinterlegenden Autor oder der Autorin verfasst worden ist. Anders als z.B. in den USA gibt es keine Registrierungsliste, wo zumindest der erste Anschein dafür spricht, dass der Registrierende auch der Autor/die Autorin ist.

 

Kann ich ein Drehbuch / Treatment / Exposé ohne Gefahr aus der Hand geben?

Das deutsche Urheberrecht schützt zwar auf einzigartige Art und Weise unter anderem die Rechte von Autoren, aber Recht haben und Recht bekommen ist trotzdem zweierlei Ding. Grundsätzlich handelt es sich beim Exposé um eine Entwicklungsstufe des Drehbuchs, die bereits urheberrechtlich geschützt ist. Je nachdem wie ausführlich der Stoff in dem Exposé ausgearbeitet ist, können "vage Ideen und Handlungsumrisse" unter Umständen leicht von Dritten verändert und erweitert werden. Den ursprünglichen Urheber einer Idee dann nachzuweisen ist oft schwierig und nicht selten kostspielig.

Deshalb sollte mit der Weitergabe von Exposés vorsichtig umgegangen werden. Ausführlicher ausgearbeitete Texte sind schon schwieriger zu "klauen", sie sind in der Regel ein schützbares Werk. Die Anbringung einer Urheberkennzeichnung (Copyright) bringt eine Beweiserleichterung dafür, dass der angegebene Autor auch tatsächlich Urheber des Drehbuchs ist. Darüber hinaus schützt "Öffentlichkeit":

Machen Sie den Leuten, mit denen sie über ihren Stoff reden, klar, dass sie nicht ihre einzigen Ansprechpartner sind. Wenn bekannt ist, dass SIE dieses wunderbare Drehbuch geschrieben haben, wird auch bekannt, wenn es Ihnen geklaut wurde und ein anderer daraus einen Film macht. Wir können leider keine Gewähr für diese Vorgehensweise geben. Falls Sie das Gefühl haben, jemand hat Ihre Idee ohne Ihr Einverständnis vermarktet, sollten Sie in jedem Fall einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. Der Verband Deutscher Drehbuchautoren bietet auch für diese Fälle Rechtsberatung und Mediation an.

 

An welchen Sender oder Produzenten soll ich welchen Stoff schicken?

Wie jeder Verkäufer muss sich auch der Autor darüber informieren, wem er sein Produkt am Besten anbietet. Jeder Sender bzw. Sendeplatz hat sein eigenes Profil, und diese Profile muss man kennen, um gezielt anbieten zu können. Eine einfache TV-Programmzeitschrift zu analysieren bringt hier die gewünschte Information. Auf welche Genres einzelne Produktionsfirmen sich spezialisiert haben, verraten Vor- und Nachspann der entsprechenden Sendungen. Für Kinostoffe ist es sinnvoll, sich über die Website der FFA (http://www.ffa.de) über deutsche Produktionen zu informieren. Erfolge und Misserfolge der Filme sind anhand der Zuschauerzahlen erkennbar und können Orientierungspunkte für eine Liste von Produktionsfirmen bilden, die für den eigenen Stoff besonders geeignet sind.

 

Wie bekomme ich Adressen von Produzenten und Autoren?

Der Verband Deutscher Drehbuchautoren bietet ein umfassendes Verzeichnis von DrebuchautorInnen in seinem Autorenguide (http://www.drehbuchautoren.de/autorenguide)

Der Autorenhaus-Verlag (http://www.autorenhaus-verlag.de) bietet jährlich aktualisiert ein umfassendes Deutsches Jahrbuch für Autoren und Autorinnen an.

Der ABC Scholz Fachverlag gibt Medienadressbücher (und CD-Roms) heraus.

Eine Vielzahl bedeutender deutscher Produzenten und Produktionsfirmen aus dem TV- und Kinobereich sind in der Produzentenallianz sowie im Verband Deutscher Filmproduzenten vereint . Listen der Mitglieder kann man unter http://www.produzentenallianz.de/ und http://www.verbanddeutscherfilmproduzenten.de/ einsehen. Nicht organisierte Produzenten finden sich zusätzlich z. B.  in den entsprechenden Unternehmensübersichten der Websites der Landesförderungen

 

Wie kann ich mich als Autor oder Autorin weiterbilden? Gibt es Fernkurse?

Es werden Workshops und Seminare zum Einstieg und zur Weiterbildung angeboten (siehe LINKS auf unserer Website). Auch Fernkurse etwa via Internet werden angeboten. Neben deutschen unterrichten oft auch amerikanische oder britische Dozenten und Dozentinnen in ihrer Muttersprache. Die Qualität ist unterschiedlich. Am sinnvollsten ist es, Kollegen und ehemalige Teilnehmer zur jeweiligen Veranstaltung zu befragen und sich über die Kompetenz des Dozenten vorab zu informieren. Ein Tipp: Tagesseminare ohne eingeschränkten, spezifischen Themenkreis sind wenig sinnvoll. Der VDD kann aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Empfehlung aussprechen. Die regelmäßigen Mitglieder-informationen verschaffen jedoch für die Mitglieder einen Überblick über aktuelle und seriöse Angebote.