31. Juli 2017
 

FOKUS DREHBUCH 2017: Diskussionen, Diversität und der DACHS-Drehbuchpreis

Autor: VDD

München, 31.7.2017. In lauer Sommerluft und unter spannungsgeladenem Gewitterhimmel über dem Starnberger See wurde am Wochenende im Rahmen von FOKUS DREHBUCH 2017 zum ersten Mal der DACHS-Drehbuchpreis vergeben. Die Jury bestehend aus VDD-Vorstand Brigitte Drodtloff, Tanja Weber (Drehbuch- und Romanautorin) und Annika Tepelmann (Drehbuchautorin) ehrte die beste Drehbuchleistung aktueller Filme aus den Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich.

Bei seiner Premiere auf dem Empfang der Drehbuchautoren im Münchner Ruderclub von 1860 teilten sich zwei PreisträgerInnen den mit 3.000 € dotierten Preis: Monja Art (Drehbuchautorin und Schauspielerin) für das Drehbuch zu "Siebzehn" und Rolando Colla (Drehbuchautor und Regisseur) -zusammen mit Olivier Lorelle, Nicole Borgeat, Héloïse Adam - für das Drehbuch zu "Sette Giorni".  

DACHS-Drehbuchpreis-Verleihung. v.l.n.r.: Matthias Helwig (Festivalleiter), Annika Tepelmann, Tanja Weber, Brigitte Drodtloff (alle Jury), Monja Art (Drehbuchautorin und Regisseurin „Siebzehn“), Rolando Colla (Drehbuchautor und Regisseur „Seven Days", Sebastian Zembol (Geschäftsführer mixtvision Mediengesellschaft mbH, Preisstifter) © FSFF / Jörg Reuther

Die erfolgreiche sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe FOKUS DREHBUCH rückte Frauen in den Fokus. Zum Thema "Fehlen die Geschichten der Frauen?" diskutierte Moderatorin und Organisatorin Carolin Otto, Beirat des VDD-Vorstands und Vizepräsidentin der FSE, auf einer sehr gut besuchten Panel-Veranstaltung gemeinsam mit Susanne Freyer (Produzentin, Akzente Film), Monja Art (Drehbuchautorin, Regisseurin), Christine Berg (stv. Vorstand FFA Filmförderungsanstalt ), Eva Mattes (Schauspielerin), Christian Lex (Drehbuchautor und Schauspieler) und Natja Brunckhorst (Drehbuchautorin und Schauspielerin).

In einer regen Diskussion auf dem Panel und im letzten Teil der Veranstaltung dann auch intensiv mit dem Publikum wurde vor allem eins deutlich – einfache Antworten auf die eingangs gestellte Frage gibt es nicht. Susanne Freyer warf ein, dass es aus ihrer Sicht vielleicht nicht zu wenige Frauenfiguren gibt, aber sehr wohl ein Problem mit dem Frauenbild besteht, was Christine Berg mit konkreten Zahlen aus der jüngsten FFA-Studie zur Geschlechterdiversität belegen konnte. So wäre immer noch die Frau entweder die „Prinzessin“ oder die „Geliebte“, Experten und Fachleute wären fast zu 100 Prozent Männer. Brunckhorst hingegen hat eine große Freude daran, klassische Rollenbilder in ihren Büchern aufzuweichen. Eva Mattes wiederum sah auch ein Problem darin, dass heutzutage keine weiblichen Stars mehr aufgebaut und gefördert werden, und auch deswegen Rollen öfter für Männer geschrieben werden. In einem gewissen Alter gäbe es sogar fast gar keine Rollen für Frauen. Bei Monja Art steht vielmehr die Geschichte im Vordergrund, das Geschlecht spiele eine sekundäre Rolle, was viele der Mitdiskutanten auf dem Panel ähnlich sahen. Lex sah darüber hinaus in dem sich gerade sehr verändernden Markt auch eine Chance differenzierter zu erzählen, als das in der Vergangenheit vielleicht bisweilen möglich war. 

FOKUS DREHBUCH konnte mit dem Podium eine Debatte aufgreifen, die in diesem Jahr durch die zwei Studien, „Audiovisuelle Diversität“ der Universität Rostock und „Gender und Film“ der FFA, neue statistische Substanz erhalten hat und weite Teile der Branche, insbesondere die Senderunternehmen, intensiv beschäftigen wird.

Gruppenfoto vor der Podiumsdiskussion im Rahmen von Fokus Drehbuch, Thema „Fehlen die Geschichten der Frauen im Film?“ v.l.n.r.: Christian Lex (Drehbuchautor), Monja Art (Drehbuchautorin und Regisseurin), Eva Mattes (Schauspielerin, Ehrengast FSFF 2017), Carolin Otto (Moderation), Natja Brunckhorst (Drehbuchautorin), Susanne Freyer (Produzentin), Christine Berg (FFA), Matthias Helwig (Festivalleiter) © FSFF / Johanna Schlüter

FOKUS DREHBUCH ist eine Veranstaltungsreihe vom Fünf Seen Film Festival in Kooperation mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren.

Unser besonderer Dank geht an Matthias Helwig und das Team vom FSFF für die langjährige Zusammenarbeit bei FOKUS DREHBUCH und die besondere Anerkennung der Drehbuchautorinnen und -autoren beim Fünf Seen Film Festival! Und natürlich danken wir ganz herzlich Carolin Otto für ihren großartigen Einsatz für Organisation und Moderation von Fokus Drehbuch 2017. Herzlicher Dank auch an die Jury Tanja Weber, Annika Tepelmann und VDD-Vorstand Brigitte Drodtloff sowie den tollen Gästen von Werkstattgespräch und Podium.

Ein weiterer besonderer und herzlicher Dank geht an die FFA für die großzügige Unterstützung der Veranstaltungsreihe FOKUS DREHBUCH.

Der DACHS-Drehbuchpreis wurde von der Mixtvision Mediengesellschaft mbH gestiftet.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe und zum Fünf Seen Film Festival finden Sie unter: www.fsff.de

Weitere Bilder von den Veranstaltungen finden Sie unten in der Bildgalerie.

DACHS Drehbuchpreis
DACHS Drehbuchpreis
DACHS Drehbuchpreis
Verkündung der Jury-Entscheidung © FSFF / Jörg Reuther
DACHS Drehbuchpreis
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Podium Fokus Drehbuch Diversität
DACHS Drehbuchpreis
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Podium Diversität Drehbuch
Podium Diversität Fokus Drehbuch
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Podium Diversität Fokus Drehbuch
Podium Diversität Fokus Drehbuch
Podium Diversität Fokus Drehbuch
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