28. März 2011
 

Nani Mahlo

Soko Leipzig

Nani Mahlo studierte an der Fachakademie für Fotodesign in München. Danach arbeitete sie als Standfotografin, Regieassistentin und Produktionsleiterin bei vielen Kinofilmen. Bis 1997 war sie Producerin und Dramaturgin bei Fernsehfilmen. Seitdem schreibt sie Drehbücher, u.a. für Autobahnpolizei Cobra 11 und für SOKO Leipzig.
In dem Gespräch berichtet sie über ihre Erfahrungen mit dem Schreiben von Serien. Zum Zeitpunkt des Interviews schrieb sie zum ersten Mal für "Der Kriminalist". Doch nach dem Gespräch trat sie aufgrund von inhaltlich unterschiedlichen Haltungen des Regisseurs von der Arbeit an dem Drehbuch zurück. Der Podcast dokumentiert auch diese neue Entwicklung.

Nani Mahlo im Grespräch mit Stichwort Drehbuch

Kommentare

Gutes Interview! Interessant wäre gewesen zu erfahren, wie die Produktion auf Nanis Rücktritt reagiert hat, ob es da Anstalten gab, sie zum Bleiben zu überreden oder ob das Primat des Regisseurs auch hier für die Monaco Film unantastbar war. Wurde die erste, nicht abgenommene Drehbuchfassung bezahlt? Und warum wird ein Regisseur so spät ins Boot geholt, wenn man in diesem speziellen Fall wohl hätte wissen müssen, dass er dementsprechend reagieren kann? Gratulation an Nani für ihren Rückzug, wenn es auch genrell gesehen etwas überraschend ist, wie selten der Autor zu seiner Arbeit steht.
Schönes Interview. Daumen hoch für Frau Mahlo und ihr stählerndes Rückgrat. Kompliment auch an Frau Zahn. Mir gefällt besonders, dass sie auch vor "Basic-Fragen" nicht zurückschreckt und nachhakt. So ergibt sich für mich als Fachfremden ein vielfältiger Einblick in den Alltag eines Autors und den beständigen Kampf mit der Krake Fernsehn.
Wie die Produktion reagiert hat? Sie hat mein Drehbuch mir bekannten Kollegen zur Überarbeitung angeboten, doch die waren solidarisch und weigerten sich. Seitdem liegt es auf Eis. Deshalb wurde die Auflösungsvereinbarung auch noch nicht verhandelt, die meine Anteile am Wiederholungshonorar festlegen würden. Die Rate für die 1. Drehbuchfassung wurde (lt. Vertrag nach Abgabe) bezahlt. Warum der Regisseur so spät ins Boot geholt wurde? Keine Ahnung, aber dann hätte es schon früher gekracht. Er ist bekannt als "Herausforderung für Autoren". Ich schreibe gerne Regiefassungen und gebe alles, damit der Regisseur mein Buch optimal umsetzen kann. Aber als dominanten Co-Autoren möchte ich einen Regisseur nicht haben. Nur, wenn ich an's Set kommen und bei der Inszenierung das letzte Wort haben darf ... Ich hatte schon mit Regisseuren zu tun, die bei Drehbuchbesprechungen gerne "das Mäxchen spielten". Aber die wurden von der Produktion oder der Redaktion schnell in ihre Grenzen verwiesen. In diesen Fällen standen die Auftaggeber hinter dem Buch, das sie ja auch in Monate langer Arbeit mitentwickelt hatten.
Durch Zufall habe ich die im Betreff genannten Doppelfolgen gesehen. Beide Drehbücher sind aus meiner Sicht die schlechtesten, die im deutschen Fernsehen jemals Grundlage für Krimis waren. Die Drehbücher decken die Palette von oberflächig, unlogisch und pseudo-intellektuell bis unsinnig ab. Handwerklich sind die Drehbücher ebenfalls mißlungen.
Vielen Dank für die schönen Interviews mit A. Hess und K. Schmidt; und den Tip mit der ZDF- Mediathek . Grüsse