20. November 2019
 

Diskussionsfreude in München. Rückblick auf einen gut besuchten JF

Die Münchner VDD-Vorstände Brigitte Drodtloff und Christian Lex hatten die Mitglieder der Region am 14.11. zu einem Jour Fix in der Bayerischen Hauptstadt eingeladen und freuten sich über einen gelungenen und inhaltlich spannenden Austausch.

Ihr Fazit: Ein gut besuchter und diskussionsfreudiger Abend.

Am Stammtisch hinten rechts in Schwarz-Weiß und Blau: VDD-Vorstände Brigitte Drodtloff und Christian Lex mit den Gästen des JF München.

Die Themen des Jour Fix:

Carolin Otto hat über ihre Ernennung zur Präsidentin des FSE berichtet und auch über die Gespräche und Verhandlungen, die bzgl. der Umsetzung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie auf nationaler Ebene geführt werden. Ein wichtiges Thema für AutorInnen angesichts der immer unübersichtlicheren Verwertung filmischer Werke auf Streamingportalen.

Jochen Greve hat weitere Informationen zu den Entwicklungen bei der VG-Wort hinzugefügt. Da sind die urhberrechtlichen Fragen und  die damit verbundenen Verwertungsmöglichkeiten noch nicht zur allgemeinen Zufriedenheit geklärt oder gelöst. Eigentlich müsste man politisch an die Problematik ran.

Ein weitere dringende Herausforderung: Die Punktevergabe bei der Entstehung von Langzeit-Formaten bzw. die Einräumung sogenannter Creators Fees? Darüber wird bei VG-Wort viel diskutiert. Denn es kommen immer mehr Formate auf den Markt und auch immer mehr Verwertungsmöglichkeiten.

Die Creators Fee ist auch ein Thema, mit dem sich der VDD im Rahmen von GVR-Berhandlungen auseinandersetzt. Im Serienbereich ist der VDD in Verhandlungen mit den Öffentlich-Rechtlichen. Dabei müssen auch die Rollen der DrehbuchautorInnen neu definiert und abgesichert werden: Show-Runner, Head-Autor, Creative-Producer.

Jochen Greve mahnt in diesem Zusammenhang mehr Abstimmung zwischen VDD und VG-Wort an.

Danach kam ein Thema dran, das auch schon auf der ARD-VDD-Werkstatt in diesem Jahr diskutiert worden ist: Gender Pay Gap.

Werden Drehbuchautorinnen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt, und wenn ja: was kann dagegen unternommen werden? Angesprochen wurde auch das auffällige Missverhältnis Autorin / Autor am Sonntagabend in der ARD. Aus eigenen Erfahrungen berichteten die Kolleginnen ausdrücklich, dass sie immer wieder Stoffe für Tatorte und Polizeiruf eingereicht haben und aus unterschiedlichen Gründen abgelehnt wurden. Ein weitere Hinweis, dass die Aussage der RedakteurInnen, wonach Autorinnen keine bzw. nur sehr wenige Krimi-Stoffe einreichen, von uns hinterfragt werden muss.

Last but not least wurde die aktuelle Situation mit K18 beleuchtet. Fazit für alle anwesenden: der Zusammenhalt unter DrehbuchautorInnen ist wichtiger denn je.