11. September 2019
 

FOKUS DREHBUCH: Der DACHS Drehbuchpreis 2019 geht an Nils Mohl für ES GILT DAS GESPROCHENE WORT

Autor: VDD

Der Drehbuchautor Nils Mohl ist auf dem Fünf Seen Filmfestival fsff für seine Drehbucharbeit zum Film ES GILT DAS GESPROCHENE WORT in der Regie von Ilkar Çatak mit dem diesjährigen DACHS Drehbuchpreis ausgezeichnet worden. Der Preis wurde in der Veranstaltungsreihe FOKUS DREHBUCH zum 3. Mal verliehen. Sieben Filme aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol waren nominiert, die auf dem Fünf Seen Filmfestival zu sehen waren.

"Vor allem der Humor, die Dramaturgie und die plastische Schilderung der Figuren hat uns überzeugt", sagte Jury-Mitglied und Regisseurin Satu Siegemund, die zugleich hervorhob, dass die Entscheidung äußerst knapp war. Jury-Mitglied und Kulturjournalistin Sabine Zablin sagte, das Drehbuch von Nils Mohl habe "die Sprache unserer Zeit" getroffen. Nils Mohl erläuterte, dass es die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Ilkar Çatak war nach ES WAR EINMAL INDIANERLAND. Brigitte Drodtloff, Vorstand Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD) und Mitorganisatorin von FOKUS DREHBUCH: "Ohne ein gutes Drehbuch gibt es keinen guten Film."

Der Film ES GILT DAS GESPROCHENE WORT schildert auf humorvolle Weise eine Beziehungsgeschichte zwischen einer deutschen Pilotin und einem charmanten türkischen Gigolo. Der mit 3.000 Euro dotierte und von der Gemeinde Gauting gestiftete Drehbuchpreis DACHS wurde im Rahmen des Empfangs der DrehbuchautorInnen auf dem Fünf Seen Filmfestival fsff verliehen. 2018 waren die Preisträger Hans Weingartner und Silke Eggert für das Drehbuch zum Film „303“.

Nominiert waren in diesem Jahr die Filme:

ANGELO (AT/LU 2018; Regie: Markus Schleinzer, Buch: Markus Schleinzer und Alexander Brom), CRONOFOBIA (CH 2018; Regie: Francesco Rizzi, Buch: Francesco Rizzi und Daniela Gambaro), DER BODEN UNTER DEN FÜSSEN (AT 2019; Buch und Regie: Marie Kreutzer) DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT (DE 2018; Regie: Caroline Link, Buch: Ruth Thoma) ES GILT DAS GESPROCHENE WORT (DE 2019; Regie: Ilker Çatak, Buch: Ilker Çatak und Nils Mohl), GUNDERMANN (DE 2018, Regie: Andreas Dresen, Buch Laila Stieler), THOSE WHO WORK (CH/BE 2018; Regie: Antoine Russbach, Buch Antoine Russbach und Emmanuel Marre).

Matthias Helwig, Leiter des Fünf Seen Filmfestivals: „Diese Geschichten stellten eine Auswahl dar aus herausragenden Filmen, die wir in diesem Jahr auf den Festivals in Österreich, Deutschland, Südtirol und in der Schweiz gesehen habe. Die Filme haben uns mit ihren Geschichten und der Art ihrer Erzählweise besonders berührt.“ Eine dreiköpfige Jury bestand aus den JurorInnen Niklas Hoffmann (Drehbuchautor und Romy-Preisträger), Satu Siegemund (Regisseurin und Drehbuchautorin u. a. von KRIPPENWAHN), Sabine Zablin (Schriftstellerin und Kulturjournalistin u. a. für den Bayerischen Rundfunk).

 

auf dem Foto v.l,r.: Jury-Mitglieder Niklas Hoffmann (VDD), Satu Siegemund (VDD), Preisträger Nils Mohl, Jury-Mitglied Sabine Zablin (Kulturtjournalisitin), Dr. Brigitte Kössinger (Erste Bürgermeisterin Gemeinde Gauting); c: Jörg Reuther

Die Laudatio der Jury im Wortlaut:

"Wir haben heute mittag beim Italiener eine sehr subjektive Entscheidung gefällt.

Zu dritt haben wir über sieben Drehbüchern und drei Pizzen gesessen, unsere Meinungen über Dialoge und Figurengestaltung ausgetauscht, über die erzählten Geschichten und die Haltung, die dahintersteht und die Recherchearbeit, die dem voranging. Interessant war, dass wir bei der unvermeidlichen Subjektivität unserer Urteile uns doch bei einem Drehbuch sehr schnell einig waren.

Hier stimmte alles, und schon beim Lesen entstanden in unseren Köpfen Bilder, wurden Figuren zu Menschen, nahm eine Geschichte Gestalt an - eine Geschichte, die uns interessierte. Unter den exzellent geschriebenen Dialogen wurden Subtexte sichtbar, die sich unmittelbar in unserer Gegenwart verorten ließen.

Vor allem aber besitzt dieses Buch etwas Unschätzbares: einen wunderbar klugen Humor. Das überzeugte uns endgültig.

„Das können wir eigentlich abkürzen, oder? Wir wissen doch, wie es laufen wird.“

Wir werden den Filmtitel nennen, es folgt Applaus, die Autorin oder der Autor werden auf die Bühne kommen. Dann werden Blumen und eine Urkunde überreicht, Hände werden geschüttelt, und anschließend wird sehr viel getrunken. Ehe es dazu kommt, möchten wir vor allem eines festhalten. Dieser Preis, der DACHS-Drehbuchpreis, gilt der Grundlage des Films, jedes Films: dem Buch und mit diesem dem geschriebenen Wort.

Da ist es nicht verwunderlich, dass der von uns ausgezeichnete Film das Wort bereits im Titel führt.

Der DACHS Drehbuchpreis geht in diesem Jahr an Nils Mohl und Imker Catak für „Es gilt das gesprochene Wort“.

Üblicherweise folgt jetzt zur Besiegelung der Preisverleihung eine entsprechende zwischenmenschliche Geste."

Der Applaus erfolgte vor Ort in Gauting.

Wir gratulieren dem Preisträger ab dieser Stelle - mit Worten. Herzlichen Glückwunsch!

Im Anschluss an die Preisverleihung gab es Zeit für Gespräche und kühle Getränke auf dem Empfang der DrehbuchautorInnen.

 

Drehbuchpreis DACHS

D –   Deutschland

A –   Österreich

CH – Schweiz

S  -     Südtirol

 

Seit nunmehr acht Jahren hat das Fünf Seen Filmfestival als einziges deutsches Filmfestival mit Fokus Drehbuch eine Film- und Veranstaltungsreihe, die das Drehbuch in den Mittelpunkt stellt und sich mit dessen Bedeutung im Entstehungsprozess des Films beschäftigt.

FOKUS DREHBUCH ist eine Veranstaltung des Verbands Deutscher Drehbuchautoren e. V. in Zusammenarbeit mit dem Fünf Seen Filmfestival fsff, unterstützt von der Filmförderungsanstalt FFA  und der Gemeinde Gauting, die den Preis stiftet.