1. April 2020
 

UPDATE 15.02.2021: Corona und die Folgen: Hilfsmaßnahmen von Bund und Ländern sowie Handlungsmöglichkeiten für AutorInnen

Autor: VDD

DrehbuchautorInnen, die corona-bedingt in wirtschaftliche Engpässe geraten sind, finden hier eine Übersicht über einzelne Maßnahmen sowie Links zu den regionalen Anlaufstellen und Antragsformularen. Bitte nehmen Sie die Angebote im Bedarfsfall wahr.

Der folgende Überblick wurde nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und basiert im Wesentlichen auf öffentlichen Verlautbarungen von Stellen des Bundes und der Länder.

Die hinzugefügten Einschätzungen / Kommentare durch den VDD sollen Ihnen bei der persönlichen Entscheidungsfindung helfen. Eine Gewähr für die Angaben und verbindliche Handlungsempfehlungen können wir schon allein angesichts der sehr unterschiedlichen individuellen Lagen der DrehbuchautorInnen nicht übernehmen.

Wir werden die Informationen regelmäßig aktualisieren. Die Qualität der Informationen nimmt zu, wenn wir auch Informationen unserer Mitglieder über aktuelle Erfahrungen in der Antragstellung, neue praktische Links etc. mit verwerten können. Auch können wir über unsere politische Arbeit bei erkennbaren Problemen nachjustieren - hierbei sind wir auf Ihre Informationen angewiesen, die wir unter info@drehbuchautoren.de sammeln. Ihre Informationen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Der VDD ist auch in der Corona-Krise für seine Mitglieder und die Interessen der Autorinnen und Autoren im Einsatz. Wir haben uns im Verbund mit anderen Verbänden sehr früh für eine Absicherung der Branche sowie die Einrichtung eines Nothilfefonds für Solo Selbständige stark gemacht und haben mit den Sendern ARD und ZDF Lösungen für AutorInnen, die von Drehausfällen betroffen sind, gefunden, in dem die Auszahlung Schlussraten vorgezogen worden sind. Auch mahnen wir Förderungen und Sender zur Aufrechterhaltung der Stoff- und Projektentwicklung in den geplanten Volumina.

Aktuell beteiligt sich der VDD an einem erneuten Aufruf an das Bundeswirtschaftsministerium, passgenaue Hilfen für Solo Selbständige im Bereich Kultur und Medien einzurichten.

Eine wesentliche Hilfe für AutorInnen in der Krise liegt darin, weiter zu schreiben, Abnahmestufen zu erreichen und neue Aufträge zu erhalten. Im Gegensatz zu anderen betroffenen Gewerken gilt für AutorInnen:  Homeoffice ist für die meisten gelebte Berufspraxis. Der Fortsetzung ihrer Arbeit – ggf. auch in Video-Konferenzen – stehen staatliche Auflagen zum „social distancing“ nicht grundsätzlich im Weg.

Wer auf baldige Wiederherstellung von Normalität im Filmschaffen hofft, muss die Entwicklung von Stoffen aufrechterhalten bzw. beflügeln und leistet damit zugleich einen wirksamen Beitrag, die Existenz von professionellen ErzählerInnen zu sichern.

Ein wichtiger Baustein für die Überlebensfähigkeit der Gesamtbranche ist die Einrichtung eines so genannten Ausfallfonds zur Absicherung von Pandemieschäden, die bisher nicht versichert sind und Produktionsfirmen vor wirtschaftlich nicht zu tragende Risiken stellen. Ohne Ausfallfonds droht besonders im TV-Bereich ein Drehstau bis hin zu Drehabsagen, wodurch sich mittelfristig die wirtschaftliche Situation auch von Autorinnen und Autoren spürbar verschärfen würde.

Am 11.9.20 ging nach langer Verhandlung ein erster Ausfallfonds I der BKM an den Start, der die vom Bund geförderten Spielfilme und High-End-Serien berücksichtigt. Der Ausfallfond II für TV-Produktionen wurde im Dezember beschlossen.

Der VDD hat die Einrichtung von Ausfallfonds mehrfach auch öffentlich und im Verbund mit anderen Verbänden gefordet und zuletzt einen Appell von 39 Filmverbänden und -organisation initiiert.

Zur Stabilisierung der Einkommenssituation der DrehbuchautorInnen gehören auch in Zeiten der Krise die Verhandlungen der Honorarrahmen mit Sendern und SVOD-Anbietern, die der VDD führt. Parallel kämpft der VDD im Zuge der laufenden Anpassung des deutschen Urhebrerrechts an die Vorgaben der Europäischen Urheberrechtsrichtlinie an der Seite mit weiteren Filmverbänden, der Initiative Urheberrecht und den Verwertungsgesellschaften für eine Verbesserung des Urheberrechts, insbesondere mit Blick auf die faire Vergütung im Online-Bereich.

Dies alles ist nur möglich, weil die Mitglieder des VDD ihren Verband mit ihren Beiträgen handlungsfähig machen.

Wir sind stark als Solidargemeinschaft - und können noch stärker werden. Durch neue Mitglieder. Interesse geweckt? Hier finden Sie unser Antragsformular.

 

NEUE MASSMAHME DES BUNDES: NOVEMBER- / DEZEMBERHILFEN & Überbrückungshilfe II

Die Bundesregierung unterstützt mit den November- / Dezemberhilfen Soloselbständige, die aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im November 2020 schließen mussten beziehungsweise beruflich nicht tätig sein konnten. Der Bund bietet mit dieser außerordentlichen Wirtschaftshilfe eine zentrale Unterstützung für Soloselbständige, die von den aktuellen Einschränkungen besonders betroffen sind. Die Anträge auf November- / Dezemberhilfe können seit dem 25. November 2020 über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden.

Die Bundesregierung hat die Fristen zur Antragstellung für die November- und Dezemberhilfen und die Überbrückungshilfe II verlängert. Bei der November- und Dezemberhilfe endet die Antragsfrist jetzt am 30. April 2021 (statt 31. Januar bzw. 31. März). Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember 2020 kann jetzt bis 31. März 2021 beantragt werden.

Infos & Antrag

 

ÜBERBRÜCKUNGSHILFE III

Seit 12.02.2021 kann die Überbrückungshilfe III beantragt werden. Die Überbrückungshilfe III für die Monate November 2020 bis Ende 2021 wurde erneut verlängert und deutlich vereinfacht.

Beantragt werden Fixkostenzuschüsse für Monate mit Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent zwischen November 2020 und Juni 2021. Voraussetzung sind coronabedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den der Fixkostenzuschuss beantragt wird. Maßgeblich für den Vergleich ist der jeweilige Referenzmonat im Jahr 2019. Soloselbstständige, die November- und/ oder Dezemberhilfe erhalten, sind für diese Monate nicht antragsberechtigt.

Alternativ können Soloselbständige im Rahmen der sogenannten Neustarthilfe eine einmalige Betriebskostenpauschale in Höhe von bis zu 7.500 Euro erhalten. Der Weg über einen prüfenden Dritten ist hier nicht erforderlich.

Antrag & Infos

 

MASSNAHMEN DER LÄNDER / ANLAUFSTELLEN FÜR BUNDES- UND LANDESMITTEL

 

Bitte prüfen Sie vor Beantragung von Ländermitteln, inwieweit diese Mittel mit Mitteln des Bundes (s. weiter unten) kumulierbar sind. Es ist aktuell für uns nicht für alle Länder zu prüfen, welche diesbezügliche Regelungen dort greifen oder greifen werden. Während der Bund ausdrücklich seine Mittel mit Ländermitteln kumulierbar macht, gab es – zumindest in Berlin – zunächst Hinweise, dass die Ländermittel nicht kumulierbar seien.

Kumulierbar heißt: wenn sich die erwarteten wirtschaftliche Engpässe nicht in voller Höhe über einen Bundes oder Ländertopf kompensieren lässt, sind entsprechende Doppelanträge zulässig. Nicht zulässig (für die Mittel des Bunds) ist aber – wie oben bereits erläutert – die Überkompensation, d. h. das kumulierte Mittel den eigentlich angemeldeten Bedarf übersteigen.

Sie müssten je nach Regelung abwägen, über welche Hilfsmaßnahme Sie ggf. mehr Unterstützungsleistung erwarten können.

 

Überblick derzeitiger Maßnahmen / Stipendien der Länder

UPDATE 15.02.2021
 

Baden Württemberg

Das Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“ wird vom Kunstministerium Anfang 2021 erneut ausgeschrieben. Die Ausschreibung des Stipendienprogramms für freischaffende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten soll Anfang und Mitte 2021 erfolgen. Die Antragstellung ist demnächst möglich. Analog zum Vorjahr werden digitale Formate, künstlerische Konzeptionen und kleinere analoge Veranstaltungen gefördert, die trotz der bestehenden Einschränkungen umgesetzt werden können. Die Ausschreibung erfolgt, sobald konkrete Öffnungsperspektiven in Aussicht stehen. Die aktuellen Unterlagen sind beim Kunstministerium zu finden.

Infos & Antrag

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Bayern

Das Antragsformular für das neue Soloselbstständigenprogramm in Bayern ist online. Künstlerinnen und Künstler können nun Hilfe beantragen – rückwirkend für den Zeitraum von Oktober bis Dezember. Neu ist: Die finanzielle Hilfe von monatlich bis zu 1.180 € soll nun auch der Sicherung des Lebensunterhaltes dienen. Die Antragsfrist läuft bis zum 31.03.2021.

Infos & Antrag

Stipendienprogramm für Künstlerinnern und Künstler beim Einstieg in die professionelle Laufbahn. Um Künstlerinnen und Künstler in der Anfangsphase ihrer professionellen Laufbahn trotz der derzeit widrigen Bedingungen den notwendigen Freiraum zur Realisierung von Projekten, aber auch für ihre künstlerische Entfaltung und Weiterentwicklung zu verschaffen, bietet die Staatsregierung ab Anfang des Jahres 2021 5.000 Stipendien in Höhe von jeweils 5.000 Euro an. Weitere Infos und sobald das Programm startet finden Sie hier unter dem Abschnitt: FAQ Hilfen im Kunst- und Kulturbereich.

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Hamburg

Die Corona-Pandemie hat für viele Akteurinnen und Akteure aus Kultur und Kreativwirtschaft besonders weitreichende Folgen. Um sie und weitere Crowdfunderinnen und Crowdfunder unterschiedlicher Branchen gezielt bei der Realisierung neuer Projekte zu unterstützen, haben die Hamburg Kreativ Gesellschaft und die Behörde für Kultur und Medien die Hamburger Crowdfunding-Kampagnenförderung aufgelegt. Um die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagnenförderung fortzusetzen, stellt die Behörde für Kultur und Medien nun noch einmal 100.000 Euro für weitere Projekte zur Verfügung.

Infos & Antrag

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Mecklenburg-Vorpommern

Freischaffende professionelle Künstlerinnen und Künstler können ein Überbrückungsstipendium aus dem MV-Schutzfonds Kultur in Höhe von 2.000 Euro beantragen. Das Stipendium dient zur Sicherung der künstlerischen Arbeit. Es können sich auch die Künstlerinnen und Künstler bewerben, die bereits ein Stipendium erhalten haben. Der Bewerbungsschluss ist der 31.03.2021.

Infos & Antrag

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Niedersachsen

Das Land Niedersachsen unterstützt soloselbstständige Künstlerinnen und Künstler und Kultureinrichtungen mit einem Corona-Sonderprogramm. Kultureinrichtungen, die Soloselbstständige für künstlerische Veranstaltungen oder im Bereich der Kulturellen Bildung engagieren, können eine Förderung beantragen. Darüber hinaus werden innovative künstlerische Projekte gefördert, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen, sowie Soloselbstständige, die im nichtöffentlichen Bereich tätig sind. Anträge auf Förderung können noch bis 28.02.2021 gestellt werden. Gefördert werden geplante Veranstaltungen bis zum 31.12.2021.

Infos & Antrag

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Rheinland-Pfalz

Im Rahmen des Programms "Im Fokus. 6 Punkte für die Kultur" werden Projektstipendien an SolokünstlerInnen vergeben. Die Projektstipendien dienen dazu, in einer Zeit ohne Ausstellungen, Auftritte oder auch Workshops und eines massiven Wegfalls wichtiger Einnahmequellen das künstlerische Schaffen fortzusetzen, kreativ und innovativ arbeiten zu können und Projekte weiter oder neu zu verfolgen. Die Stipendien werden als Projektstipendien für die Dauer von drei Monaten vergeben. Die Projektstipendien gehen in eine dritte Runde. Die Antragsfrist für die zweite Runde endete am 15.12.2020. Die dritte Runde läuft bis 30.04.2021.

Infos & Antrag

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Saarland

Laut der Saarbrücker Zeitung sind 2,23 Millionen Euro aus dem letzten Corona Programm übriggeblieben. Das Stipendium soll neu aufgelegt werden, einen festen Termin gibt es allerdings noch nicht.
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WEITERE MASSNAHMEN DES BUNDES

 

Die Maßnahmen des Bundes kombinieren

 

1.) ein Soforthilfepaket des Finanz- und Wirtschaftsministeriums aus Betriebszuschüssen für Solo Selbständige und Kleinunternehmen

Die Soforthilfen des Bundes konnten bis zum 31.05.2020 beantragt werden: Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte Corona Soforthilfe

 

sowie erleichterter Zugang zu Krediten über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)

 

mit

 

2.) einem Sozialschutz-Paket des Arbeitsministeriums, das im Fall, dass Kredite und Zuschüsse nicht greifen oder nicht in Frage kommen, auch freischaffenden AutorInnen erleichterten Zugang zu ALG II ermöglicht

 

PM des Bundesministeriumns für Arbeit und Soziales 

 

zu 1.)

 

Nicht-rückzahlbare Liquiditätshilfen: Soforthilfe-Paket mit Betriebszuschüssen

 

Solo Selbständige und Kleinunternehmen (mit bis zu 5 Angestellten,  d. h.: von null bis 5 Angestellte) können im Fall von Liquiditätsengpässen Betriebszuschüsse für Miete, Bürokosten, damit verbundene Kredite etc. von bis zu 9.000,- € für drei Monate beantragen. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach den anfallenden Kosten bzw. konkreten Einnahmeverlusten. Voraussetzung ist ein tatsächlich durch die Corona-Krise verursachter Honorarausfall, geltend ab 11.3.. Die Antragstellung erfolgt  über die Länder bzw. landeseigene Banken. 

Grundsätzlich können Zuschüsse des Bundes mit Ländermitteln kumuliert werden. Eine Überkompensation ist dabei aber nicht zulässig, d. h. Zuschüsse von Bund- und Ländern dürfen ggf. nicht die bei Antrag angegebenen Kosten bzw. den angegebenen Honorarausfall übersteigen.

Die Mittel des Bundes sind dabei ein echter, also nicht rückzahlbarer Zuschuss.

Es deutet sich ganz aktuell an, dass es für FreiberuflerInnen mit den üblichen, schwankenden Einkommen bzgl. der Bemessungsgröße für den Einkommensausfall offiziell noch ungünstige Antragsparameter gibt (Bemessung an Einkommen des Vorjahresmonats u. a.). Die Politik hatte die Einsetzung eines spezellen Hilfsfonds für den Kulturbereich abgelehnt - jetzt muss sich zeigen, dass der Abruf der bereitgestellten Mittel auch für freiberufliche Autorinnen und Autoren einfach möglich ist, deren Honorare nicht monatlich, sondern nach projektabhängigen Raten ausgezahlt werden. Als bemessungsgröße für einen Monatsvergleich können nur durchschnittliche Jahreseinkommen über einen Drei-Jahreszeitraum oder im Fall der KSK-Mitgliedschaft die dortigen Einkommensmeldungen sinnvoll herangezogen werden.

Wir bekommen aktuell positive Rückmeldungen, dass es corona-bedingt in wirtschaftliche Engpässe geratenen AutorInnen tatsächlich gelingt, unkompliziert Zuschüsse  zu erhalten. Wir werden die Situation bei den Antragsstellungen weiter beobachten und ggf. die Politik zur Nachjustierung auffordern.

 

Rückzahlbare Liquiditätshilfen - Erleichterter Zugang zu Krediten

 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird auch für Selbständige und Freiberufler der Kultur- und Kreativwirtschaft den Zugang zu Krediten erleichtern. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um rückzahlbare Darlehen und nicht um Zuschüsse handelt.
Unternehmen, Selbständige und Freiberufler, die eine Unterstützung der KfW nutzen möchten, wenden sich zunächst an ihre Hausbank, die die jeweiligen KfW-Kredite durchleiten.

 

Zu 2.)

 

Grundsicherung durch das Sozialschutz-Paket

 

Dieses Angebot hilft im wirtschaftlichen Notfall, also dann wenn Betriebszuschüsse nicht greifen oder weiterhelfen. Der Gedanke, Maßnahmen zum ALG II (Harz IV) zu beantragen, mag für den einen oder die andere schambehaftet sein – zum Verständnis dieser Maßnahme ist aber wichtig, dass aufgrund der befristeten Lockerung der Zugangsberechtigung vorhandene Vermögen - soweit sie nicht erheblich sind - nicht geprüft werden, womit die Mittel tatsächlich auch als schnell abrufbares Überbrückungsgeld für die Krise angesehen werden können. Die Mittel umfassen auch Miet- und Heizkostenzuschüsse, auch das Kindergeld kann im Einzelfall aufgestockt werden. Näherer Infos finden Sie hier.

 

Einschränkung: Das Kriterium der Bedarfsgemeinschaft wird weiterhin geprüft, d. h. eine Anerkennung des Bedarfs hängt auch von der Höhe der Einkünfte der LebenspartnerInnen ab.

 

Offen ist, ob sich die beabsichtigte vereinfachte Beantragung – auch online – tatsächlich realisiert wird oder ob mit ausufernder Dokumentationspflicht und einem höheren verwaltungstechnischen Aufwand zu rechnen ist, der ggf. mit Gängen zum Job Center verbunden ist.

 

Wir halten Sie auch hierzu auf dem Laufenden bzw. bitten Sie um Rückmeldungen an uns oder KollegInnen in den VDD-Foren, wenn Sie Erfahrungen mit der Beantragung gemacht haben und ggf. Tipps geben können.

 

Die Hilfsmaßnahmen, die die Bundesregierung auch darüber hinaus anbietet und die freischaffenden KünstlerInnen offen stehen, fasst das BKM hier umfassend und übersichtlich zusammen.

 

Wir listen eine Auswahl der Handlungsmöglichkeiten speziell für AutorInnen u. a. zur Reduzierung von laufenden Kosten hier gesondert und mit ergänzenden Informationen auf:

 

Künstlersozialkasse (KSK)

 

Die Künstlersozialkasse bietet die Möglichkeit der Absenkung der Beiträge - Diejenigen, die in der oder über die Künstlersozialkasse versichert sind, können ihre Meldungen aktualisieren, d.h. auf Null setzen. Die Untergrenze der KSK ist entsprechend abgesenkt. Die Beiträge werden den geänderten Verhältnissen angepasst. Bei akuten Zahlungsschwierigkeiten können zudem individuelle Zahlungserleichterungen gewährt werden. Mehr Infos und Anträge finden Sie auf der der Seite der KSK.

 

Hierbei ist zu bedenken, dass mit der Absenkung der Meldungen auch die Rentenleistungen sinken werden. Der VDD hat gemeinsam mit BVR, AG DOK und vielen weiteren Verbänden vergangene Woche u. a. eine Übernahme der Arbeitnehmerbeiträge durch den BUND gefordert, die die Beitragszahlungen (auch die Rentenbeiträge) stabil halten würde. Diese Forderung wird aufrecht gehalten:

 

„Übernahme der Sozialversicherung für die Kunst und Kulturschaffenden

 

Der Bund übernimmt alle Zahlungen, die normalerweise von den Mitgliedern der KSK zu leisten sind (Anteile der Kranken- und Pflegeversicherung und Anteile der Rentenversicherung). Vorteil: sofort umsetzbar, ohne Anträge, Sicherung der bestehenden Niveaus, keine Absenkung der Leistungen für die Berechtigten der KSK.“

 

Parallel dazu fordert der Kulturrat eine Anhebung des Bundeszuschusses zur Künstlersozial-kasse auf 50%, die die abgabepflichtigen Unternehmen, nicht nur der Kultur- und Kreativwirtschaft, deutlich entlasten würde.

 

Es lässt sich aber aktuell nicht absehen, ob und welche Forderungen Erfolg haben werden. Sie müssten hier entsprechend Ihrer persönlichen Situation und nach eigenem Ermessen vorgehen.

 

Entschädigung bei Verdienstausfall durch Tätigkeitsverbot

 

Wenn (Solo-)Selbstständige aufgrund einer  behördlich angeordneten Quarantäne nicht arbeiten dürfen, gibt es die Möglichkeit auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz. Um die Höhe einer Entschädigungsleistung zu bestimmen, wird der Durchschnittsgewinn des Vorjahres herangezogen, auf Antrag können weitere Betriebsausgaben erstattet werden. Antragstellung innerhalb von 12 Monaten. Weiter Infos finden Sie u. a. hier.

 

Steuerliche Hilfsmaßnahmen

 

Stundung von Steuerzahlungen: Wenn Unternehmen (auch Selbständige) aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in diesem Jahr fällige Steuerzahlungen nicht leisten können, sollen diese Zahlungen auf Antrag befristet und grundsätzlich zinsfrei gestundet werden. Den Antrag können Unternehmen bis zum 31. Dezember 2020 bei ihrem Finanzamt stellen.

An die Bewilligung der Stundung sind dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Unternehmen müssen darlegen, dass sie unmittelbar betroffen sind. Den Wert entstandener Schäden müssen sie aber nicht im Einzelnen belegen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird. Diese Maßnahme betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.

Anpassung von Vorauszahlungen: Unternehmen, Selbständige und Freiberufler können außerdem die Höhe ihrer Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer anpassen lassen. Gleiches gilt für den Messbetrag für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen. Hierfür können sie bei ihrem Finanzamt einen Antrag stellen. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden als vor der Corona-Pandemie erwartet, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.

Vollstreckungsmaßnahmen aussetzen: Auf die Vollstreckung von überfälligen Steuerschulden soll bis zum Ende des Jahres verzichtet werden. Säumniszuschläge, die in dieser Zeit gesetzlich anfallen, sollen erlassen werden. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.

Zitiert von/Weitere Infos auf der Website des Bundesfinanzministerums

 

Weitere Maßnahmen

 

Über die weiteren Maßnahmen, die im Notfall hilfreich sein können, informiert die Übersicht des BKM.

 

 

Sozialfond der VG WORT

 

Im Rahmen der aktuellen Situation durch die Auswirkungen der CORONA Pandemie können in Not geratene Wortautoren und Verleger ein zinsloses Darlehen bis max. 1.000,- Eurobeantragen.

Allerdings ist der Sozialfonds verpflichtet ausschließlich und unmittelbar mildtätige Zwecke zu verfolgen. Bei der Bearbeitung des Antrags ist daher die Bedürftigkeitsprüfung anhand von Nachweisen notwendig. Das gilt auch bei Anträgen, die aufgrund der Auswirkungen durch die CORONA Pandemie gestellt werden. Die Beschlussfassung dieser Anträge wird aber vorgezogen, um eine kurzfristige Überbrückung zu ermöglichen.

Für den Versand der entsprechenden Antragsformulare und damit einhergehend auch für eine Beratung zur Antragsstellung kontaktieren Sie bitte

avw[at]vgwort.de oder verwenden Sie das Kontaktformular. 

(Text: VG Wort-Website)

Informationen dazu finden Sie auch  hier.

 

Die Soforthilfen des Bundes konnten bis zum 31.05.2020 beantragt werden. Für Landesprogramme galten ggf. abweichende Fristen. 

Am 03.06.2020 beschloss die Bundesregierung das Programm NEUSTART KULTUR als Bestandteil des umfangreichen Konjunkturprogramms. Es wird eine Milliarde Euro zur Zukunftssicherung von Kunst und Kultur zur Verfügung gestellt.

Der Bund lehnt erneut ab, den Ländern zu gestatten, die Bundes-Soforthilfe auch für die Anerkennung von Lebenshaltungskosten einsetzen zu dürfen. 

Stattdessen werden Solo-Selbständige weiterhin auf die (erleichterte) Grundsicherung verwiesen, die über den 30. September hinaus bis zum Jahresende 2020 verlängert wurde. Infos & Antrag: hier 

 

 

Bleiben Sie gesund!